Sarah Depold
16. Juni 2017

Die Karriere meines Mannes - und meine?

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Eine sehr interessante Diskussion geistert durch meine Timeline. Bejewly ruft dazu zur Blogparade auf: Mein Mann, seine Karriere und ich. Ein Thema, das sehr aktuell bei uns ist, denn mein Mann startet durch und ich bin in der dritten Elternzeit. Mein Mann macht Karriere und ich muss warten.

Gleichberechtigte Partner und Eltern

Patricia formuliert es in ihrem Blog Das Nuf als Betriebswirtschaftlich maximierte Elternschaft. Ich sehe - auf uns bezogen - einige Punkte als sehr zutreffend: ich muss mich auch privat für die Rente absichern. Wer weiß schon, was passieren wird? Und doch gebe ich meinem Mann den Vorrang bei der Karriere, wir teilen die Elternzeit nicht fair, weil der Verdientstunterschied so immens ist. Gefangen in der Teilzeitfalle?

Du musst deinem Mann den Rücken freihalten. - Mama.

Diesen Satz habe ich vehement negativ diskutiert. Nein, muss ich nicht. Er ist ebenso zuständig für die Kinder und Finanzen wie ich. Jeder steuert das bei, was möglich ist. Wir teilen Verantwortung, die auf seinen Schultern viel stärker lastet als auf meinen. Er macht viel trotz Vollzeitjob und im Moment kaum Freizeit.

Vereinbarung zwischen Job und Familie

Und da ist es wieder, dieses Unwort: Vereinbarkeit. Ein Wort, das für jede Familie etwas anderes bedeutet. Für uns heißt es: mein Mann fängt sehr früh an zu arbeiten, um gegen 16 Uhr Feierabend zu haben. Das funktionierte in den letzte Jahren super. Er holt ein Kind ab, ich das andere. Anschließend treffen wir uns für den Feierabendausklang. Wie sich alles entwickelte, schrieb ich in dem Blogpost über Vereinbarkeit von Kind und Karriere.

Mann macht Karriere - ich arbeite nach der Elternzeit Teilzeit. Muss ich meinem Mann den Rücken freihalten? - Mehr Infos auf Mamaskind.de
Mann macht Karriere - ich arbeite nach der Elternzeit Teilzeit. Muss ich meinem Mann den Rücken freihalten?

Die abendlichen Meetings

Mit mehr Verantwortung kamen auch mehr Meetings, sodass ich nun abends oft allein mit den Kindern bin. Doch auch hier gibt es ein Entgegenkommen: zwischen den Meetings holt mein Mann die Kinder ab, geht einkaufen, erledigt Dinge, damit ich wenig Arbeit habe - obwohl ich mit dem Baby-Mädchen in Elternzeit bin. Besonders abends ist es oft schwierig, drei kleinen Kindern allein gerecht zu werden. Jedoch handelt es sich bei uns um wenige Stunden, die es allein zu überbrücken gilt.

Im Anschluss ist mein Mann wieder voll da, wäscht die Kinder, bringt die Jungs in Bett, liest vor und macht alles das, was ich auch mache und noch mehr. Und dabei macht er Karriere und meine ruht.

Kinderkrankentage

Da ich vor der Elternzeit viel im Homeoffice arbeitete, konnte ich Kinderkrankentage ohne Schein einfach abends nacharbeiten, wenn mein Mann die Kinder übernahm. Im Job zuvor musste ich stets mit den Kindern Zuhause bleiben, da wir nicht auf noch mehr Geld verzichten wollten. Immerhin bekommt man für diese Tage nur einen Teil des Gehaltes von der Krankenkasse erstattet. Homeoffice ist für uns eine bessere Lösung.

Seine Karriere und ich

Ein bisschen neidisch schaue ich auf seine Karriere, wie sich das so schnell so gut entwickelte. Auch bei mir lief es sehr gut, doch kamen drei Elternzeiten und somit Arbeitspausen dazwischen. Zwei davon nutzte ich, um mir eine neue Firma mit mehr Verantwortung im Job zu suchen. Die dritte Elternzeit dient nicht nur der Kinderbetreuung, sondern auch der Weiterbildung. Ich behalte Neuerungen im Auge, beobachte die Konkurrenz und bleibe in Kontakt mit den Kollegen und Chefs. Nächstes Jahr geht es an die praktische Umsetzung - in Teilzeit. Mein Mann arbeitet weiter Vollzeit.

Ist Teilzeit ein Hindernis? In meiner vorherigen Firma wurde mir das angekreidet. Eine Teamleiterposition gibt es nur für Leute, die Vollzeit (und mehr!) arbeiten. 35 h würden da nicht ausreichen. Überstunden würde eh erwartet. 35 h sind in manchen Firmen übrigens Vollzeit. Doch das sagte ich nicht. Ich nickte und ging. Weg von einer Firma, die sehr gute Teilzeitarbeit nicht wertzuschätzen weiß. Ein feiner Fall für meine Serie Arbeitgeber from Hell.

Teilen: Geld & Verantwortung

Wir haben nur ein gemeinsames Konto. Finanziell sind wir gleichberechtigt. Das gilt auch für alle anderen Sachen: Verantwortung rund um Kinder, Wohnung, Haushalt. Wenn ich den Haushalt nicht schaffe (oder keine Lust hatte) packt er selbstverständlich mit an und macht, was liegen blieb.

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Wenn ich nicht kann, ist es selbstverständlich, dass er ein krankes Kind abholt. Egal, welches wichtige Meeting ansteht. Kein Meeting finde ich so wichtig wie die Familie. Und das ist der springende Punkt:

Karriere ja - sofern es für alle machbar ist und alle dahinter stehen können.

Karriere ist mir wichtig. Sobald ich kann. Mit 30 habe ich noch sehr viele Chancen. Und die sehe ich, obwohl ich drei Kinder haben. Wir stemmen das zusammen.

4 comments on “Die Karriere meines Mannes - und meine?”

  1. Ich könnt' ja bei mir eh nicht von Karriere sprechen - Ambitionen habe ich keine grossen, bin kein Alpha-Tier. Aber wir hatten das auch vor der ersten Geburt besprochen. Der Mann verdient mehr, ich freute mich auf's Mama-Sein. Und es passt bis jetzt. Ich habe den grössten Respekt davor, was mein Mann schafft. Den ganzen Tag unter Strom im Büro, morgens, mittags, abends und am Weekend die Kinder. Und weil wir ja auch ein 3. Baby haben, kümmert er sich seit Januar nochmal mehr um die Kinder und den Haushalt. Wäsche, unter der Woche kochen mache ich und sowas wie Grundreinigung, Rasenmähen, Einkaufen. Den Rest er. Unterm Strich haben wir beide am Abend zwischen 1 und 3 Stunden Feierabend - je nach dem, wann das Baby schläft bzw. wann wir müde ins Bett fallen... es ist eine harte Zeit und im September beginnt er (ja, er ;) noch eine weitere Weiterbildung, wo er dann wiederum abends und am Samstag öfter mal fehlt. Ich denk' dann schon auch mal, dass ich gern noch was lernen würde. Aber mit derzeitigem Stillhirn ist es für mich total weit weg... vielleicht in ein paar Jahren mal. Denn eins ist klar, es sind wenige Jahre, in denen uns die Kinder intensiv brauchen. Danach ist wieder vieles möglich... eine Karriere strebe ich aber nicht an. Dann schon eher, endlich mal wieder im Kampfsport vorwärts zu kommen. Ich habe im Karate bis zum Braungurt (2. Kyu) trainiert bevor die Kinder kamen. Noch zwei Prüfungen zum Schwarzgurt. Sprich: mindestens 2-3 Jahre intensives Training 3-4x die Woche. Aber wenn das mal wieder möglich ist, ist es ja schon fast die Spitze von Maslow's Pyramide :D

  2. Ich bin selbstständig und habe ein 1 jähriges Mädchen. Das Jahr war teuer und stressig. Mein Mann verdient gut. Hat aber keine aussicht auf Karriere.
    Ich bin sehr froh die kleine zu haben. Kann mir aber aktuell kein 2. Vorstellen. Weder finanziell, freizeit technisch noch sonst wie.

  3. […] Nachmittags holt er, soweit möglich, das Kleinkind und ich das Schulkind ab. Für mich ist das bequemer, da ich so keinen Umweg laufen muss. Kita und Schule sind weit voneinander entfernt. Ganz schön viel Rennerei: ich bin sehr glücklich, dass mein Mann hilft (obwohl ich in Elternzeit bin und trotz aktiven Nebengewerbe mit dem Blog theoretisch Zeit habe). Er könnte morgens auch einfach zur Arbeit fahren und so Stress vermeiden. Macht er zum Glück nicht. Die Hol- und Bringsituation erfordert viel gemeinsame Absprache, da er viele Meetings auch abends und manchmal sogar nachts hat: Mein Mann macht Karriere. […]

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