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Sarah Depold
7. April 2017

Worauf ich mich nach der Geburt freue

Beim Essen nahm ich bisher keine Rücksicht auf meine Schwangerschaft. Auf Salami, rohen Kuchenteig und weiche Eier verzichten? Nö! Nur Alkohol sowie rohen Fisch mied ich, allerdings liebe ich auch am meisten Avokado-Sushi. Doch es gibt einige Dinge, auf die ich mich nach der Geburt freue, die ich im Moment vermisse.

Ich bekomme meinen Körper zurück

Ich merke die 13 kg Zusatzgewicht deutlich. Bewegung ist damit kein Spaziergang mehr. Ich war noch nie die flatternde Elfe, die motorisch perfekt durch die Gegend tanzt, doch im Moment fühle ich mich wie eine Elefantin.   Natürlich werde ich das Strampeln und die Nähe zu meinem Bauch-Baby vermissen. Doch ist der Gedanke ebenfalls schön, nicht mehr mit dem kugelrunden Bauch an Schränken anzuecken. Aus dem Bett aufstehen ohne dreimalige Versuche durchzuführen und letztlich den Mann zu rufen. Wieder auf dem Bauch und Rücken liegen, ohne dass irgendwas abgequetscht wird. Mich wieder bücken können ohne dass mir die Luft wegbleibt und es auch ohne Verschnaufspause in die 4. Etage schaffen, das wäre was! Skateboard fahren und im Hochseilgarten klettern, weil ich Lust darauf habe. Oft denke ich an Sport, dann fällt mir ein, dass ich schwanger bin.

Worauf ich mich nach der Geburt freue
Worauf ich mich nach der Geburt freue

Toben, kuscheln, fit werden

Keine Angst beim Kuscheln mit dem Kleinkind zu haben, dass mir mein Sohn in den Bauch tritt. Ohne schlechtes Gewissen schwerere Dinge tragen und auch meinen Sohn auf den Arm nehmen. Das mache ich zwar ab und zu, doch halte ich das nicht lange durch. Ob das die Natur so eingerichtet hat? Andere machen das doch auch, mh. Ich freue mich darauf, wieder durch den Garten zu kriechen, Blumen und Gemüse einzupflanzen ohne dass ich klinge wie eine Dampflok. Nach der Geburt hebe ich eventuell auch wieder Dinge auf, die auf dem Boden liegen und die ich sehr vernachlässige, weil das Aufräumen zu anstrengend ist. Wie habe ich nur die riesige Pokemon-Party für den großen Sohn geschmissen? Wie es wohl wird, wenn ich meine Kinder abhole und dann nicht erst eine Stunde ausruhen muss, weil ich so erschöpft bin? Ok, ob das so richtig zählt, weiß ich nicht. Die Erschöpfung wird mit Baby an der Seite der bleiernen Müdigkeit weichen, ob die viel erträglicher ist?   Klamotten sind mir zwar recht unwichtig, doch wäre es toll, wenn die Shirts nichts mehr hochrutschen und meinen Schwangerschaftsbauch freilegen. Ich werde wieder meine Jacken schließen können, juchu! Eine Schwangerschaftsjacke finde ich Geldverschwendung und eine Jackenerweiterung fand ich bisher unnötig. Geht ja auch so irgendwie. Und endlich wieder meine Jeans tragen, das wäre toll. Die ohne enges Bauchband meine ich. Vielleicht ist das auch endlich der Zeitpunkt für einen Kleiderschrank-Wechsel? Ein neuer Stil?

Keine Wehwehchen mehr: hallo Beckenboden!

Endlich niesen und husten können, ohne dass mein Beckenboden schlapp macht und ich mich umziehen muss. Das wird bei jeder Schwangerschaft schlimmer. Ich hoffe auf mein zartes Alter von 30 und regelmäßige Rückbildungsgymnastik (Cantienica probiere ich diesmal aus), sodass sich alles wieder erholt und ich später keine Windeln brauche. Generell ist das häufige Pinkeln in der Nacht ein Grund, sich auf das Danach zu freuen: nächtliches Aufstehen hat nach der Geburt einen besseren Grund. <3   Wenn ich bisher auch nur gering von Sodbrennen, Symphysenschmerzen und dem wackeligen Beckenboden betroffen bin: ich bin froh über jede Besserung. Auf den Watschelgang im Enten-Stil kann ich auch gut verzichten. Ich frage mich noch, ob ich Rückenschmerzen bekomme, wenn ich watschle oder wenn ich das nicht tue. Vielleicht hat man in der Endphase der Schwangerschaft auch einfach so Rückenschmerzen. Kein Wunder, der Körper leistet einiges.

Der schönste Grund: unser Baby

In wenigen Wochen werden wir unser drittes Kind in den Armen halten. Die Krankenhaustasche für die ambulante Geburt ist gepackt, die Betreuung der Geschwisterkinder zumindest geplant und die Kinder sind theoretisch auf die Geburt vorbereitet. Wir werden vor allem eins machen: kuscheln, kuscheln, kuscheln. Ich werde unser Mädchen im Tragetuch tragen, mit dem Kinderwagen flanieren gehen und die Gegend erforschen, sie stillen und besonders am Anfang mit Wonne an ihr schnuppern. Dieser Babyduft! Wie wird sie wohl aussehen? Wie wird sie sein? Wird es mit der ambulanten Geburt klappen und darf ich die Zeit mit ihr gleich Zuhause genießen? Das wird toll. <3

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10 comments on “Worauf ich mich nach der Geburt freue”

  1. Die ständige Pinkelei fand ich auch furchtbar nervig, dieses Gefühl, dass das Baby die Blase von oben feste quetscht - und dann habe ich mich darauf gefreut, nach der Endbindung endlich wieder auf dem Bauch einschlafen zu dürfen. Und auf ein Leben ohne Thrombosestrümpfe.

    Alles Liebe und Gute!

    1. Hallo Christine,
      die schrecklichen Strümpfe habe ich komplett ausgeblendet!
      Ich weiß nicht, warum noch niemand eine Schwangeren-taugliche Version davon erfunden hat. :)
      Danke dir!

    1. Kam bei mir erst kürzlich dazu. Also das Bewusstsein, dass da bald noch jemand in unsere Familie kommt. Und mit der Erkenntnis wurden die Wehwehchen sichtbarer. ^^
      Nicht mehr lange! <3

  2. Liebe Sarah,

    ich kann Dich so gut verstehen!

    Nun bin ich seit sechs Wochen ohne Bauchbewohner und statt im Bauch trage ich ihn jetzt eben im Tuch mit mir rum. ;-)

    Aber zumindest tritt er mir jetzt nicht mehr in die Blase und zum Aufstehen muss ich mich nicht mehr mühsam aus dem Bett rollen.

    Ich wünsche Dir alles Gute für die Geburt und Geduld für die letzten Wochen davor!

    Liebe Grüße,
    Nicole

  3. Trotz der wehwehchen fand ich die Schwangeren Zeit immer total schön. Genieße sie solange es noch geht.
    Noch ganz viel Freude mit dem Kügelchen.
    GLG

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