Sarah Depold
26. März 2019

Die anstrengenden Jahre: die 30er

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Vor ein paar Jahren schrieb ich darüber, dass jedes Alter das Schönste ist. Das denke ich noch immer und doch hat jede Phase etwas Anstrengendes. Das gilt auch für Erwachsene. Wir, Anfang 30, machen gerade alles auf einmal: Kinder erziehen, im Job vorankommen, Haus kaufen, Partnerschaft halten und soziale Kontakte pflegen. Jetzt bleibt nur die Frage: wie kommen wir da heil durch?

Die Midlife-Crisis verhindern

Ich glaube ja, dass das geht, wenn man auf sich achtet. Ich hoffe es zumindest, doch fragt mich in zehn Jahren nochmal. Bei uns findet die gesamte Action JETZT statt. Und das WIE habe ich noch nicht entschlüsseln können. Wie schaffen wir es, nicht durchzudrehen, wenn der Stress uns zu überwältigen droht?

Vereinbarkeit Job und Familie
Vereinbarkeit Job und Familie kann funktionieren

Wir haben

  • drei Kinder
  • ein altes Haus gekauft
  • Garten
  • hohe Schulden
  • eine 15-jährige Beziehung
  • verantwortungsvolle Jobs
  • ein Schulkind
  • weit entfernte Kita-Plätze

Jeder Punkt benötigt allein viel Aufmerksamkeit. Alle zusammen bedeuten: Mega-Stress. Wie schaffen wir das?

Die 30er: alles kommt auf einmal

Wir wollten alles gleichzeitig erleben: früh Kinder bekommen (mit 23 starteten wir), Verantwortung in unseren Jobs übernehmen und das Haus kaufen. Die Miete am Ku'damm war einfach zu teuer, eine eigene Immobilie erschien sinnvoll.

So schön, wenn die Kinder im Garten spielen können, der Traum von den eigenen vier Wänden wurde wahr, bzw. wird wahr, noch gehört das Haus ja irgendwie der Bank. ;)

Mit einem Eigenheim die Stunden reduzieren, damit wir noch mehr Familienzeit haben: kommt nicht in Frage. Also bleibt nur: alles zusammen schaffen, wir wollten das so.

30. Geburtstag - was ändert sich?
30. Geburtstag - was ändert sich?

Für uns ist es der richtige Weg

Es ist wirklich sehr anstrengend: Baumaßnahmen im Haus nach Feierabend, während einer (ich) die Kinder bespaßt, die abends alle gleichzeitig Zuwendung möchten. Das Schulkind berichtet derweil, dass es bis morgen ein neues Stück auf der Flöte können muss und unbedingt meine Hilfe braucht. Der Schulstress & Notendruck sind auf jeden Fall vorhanden.

Sicher hätten wir erstmal Geld sparen, dann das Haus kaufen und dann Kinder bekommen können. Dann hätten wir weniger Stress gehabt, bzw. diesen nur zeitversetzt.

Doch andersrum ist es für uns auch schön: früh Kinder bekommen, alles gemeinsam erleben und die kleinen Kinder im eigenen Haus aufziehen. Die weite Pendelei zur alten Kita hat sich mit den Kita-Plätzen für Geschwister zum Glück erledigt. Wir wollen alles JETZT und das erzeugt natürlich Druck.

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Paarzeit im Café - total schön: zu selten.

Wir springen von Date zu Date

Auch unsere Freunde wollen wir sehen und manchmal fühlt es sich an, als würden wir von Termin zu Termin springen. Zahnarzt, Kinderarzt, Elternabend, Kita-Fest - das alles mal drei Kinder und man hat einen ersten Eindruck. Am Wochenende findet (leider?) auch der Schwimmkurs statt, sodass die freie Zeit am Wochenende sehr rar ist.

Zugleich wollen wir unsere Pläne für's Haus umsetzen, was mangels Kapital viel Eigeninitiative benötigt. Oft können wir unseren Freunden nur noch "Termine" in einem Monat anbieten, vorher sind wir einfach zu beschäftigt.

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Garten-Zeit mit Kindern

Was fehlt: einfach mal Seele baumeln lassen

Im letzten Jahr fuhren wir einfach mal an den See, wenn wir nichts weiter vor hatten. Neuerdings ist uns die Zeit so kostbar, dass wir uns selbst dafür nicht entschließen können. Wir wollen ja etwas erleben und die Zeit wirklich gut ausnutzen.

Doch gerade das fehlt ein bisschen: einfach nichts tun. Unser Trello-Board zeigt alle Aufgaben, die im Haus zu erledigen sind, die Schule sitzt dem Großen im Nacken, unsere Jobs beschäftigen uns oft noch nach Feierabend und mit drei Kindern ist eh immer etwas los.

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So mag ich es: aufgeräumter Fußboden im Wohnzimmer - alle müssen aufräumen.

Die Lösung? Mut zur Lücke

Früher hatte ich es schonmal raus, wie das Leben funktioniert: mit Mut zur Lücke im Haushalt. Doch ist das bei Ordnung im Wohnzimmer für mich nicht mehr akzeptabel. Das Haus muss aufgeräumt sein, damit ich mich wohlfühle.

Was bleibt also? den Rest zurückfahren. Nicht mehr so viele Termine machen, damit wir auch mal faule Samstage haben. Samstage, an denen wir im Schlafanzug durch's Wohnzimmer flitzen und Filme schauen. Hoffentlich.

Irgendwann mal. Midlife-Crises, wir überlegen uns noch was.

Die anstrengenden Jahre sind bei uns die 30er: drei Kinder, Hauskauf, Jobs, alles komm auf einmal. | Mehr Infos auf Mamaskind.de
Die anstrengenden Jahre sind bei uns die 30er: drei Kinder, Hauskauf, Jobs, alles komm auf einmal.

Hauskauf in Berlin

7 comments on “Die anstrengenden Jahre: die 30er”

  1. Manchmal glaube ich, dass unser Umfeld auch nur denkt, dass wir Ausreden benutzen und dann schaue ich in unseren Terminplan und weiß es einfach besser. Es tut mir zwar leid, dass wir sie dann vertrösten oder (wie du sagst) Termine in weiter Ferne mit ihnen vereinbaren (müssen), aber manchmal müssen wir dann auch egositisch sein und einen Zeitpunkt finden, bei dem man durchatmen kann.

    Ergo: Ich verstehe dich soooo gut

    1. Mir ist das manchmal sehr unangenehm! Ich meckere sogar schon meinen Mann an, wenn er den "nächsten freien Termin" vergibt, weil ich das evtl. anders geplant hätte.
      Hach, irgendwann wird das hoffentlich wieder besser und sich nicht nur um das Haus drehen.
      Diese Wochenende, jawohl!, da haben wir wieder einen echten Ausflug geplant.
      Ganz ohne Bauarbeiten!

  2. Es spricht ja nichts dagegen all diese Wünsche zu haben und umzusetzen. Da geht es Millionen von Leuten nicht anders. Sind wohl so ziemlich die Ziele vom Durchschnittsdeutschen. Was mir bei deinen Texten dazu nur auffällt, es wirkt immer etwas verkrampft und mit viel Rechtfertigung. Ala wir wollen alles und das sofort. Und weil wir es so wollten müssen wir da durch. Wer sagt, dass ihr keine Zeit für den See habt? Solche Aussagen schokieren mich eher. Verkrampft euch doch nicht so wegen dem Häuschen. Das hat Zeit und dann ist es eben lange unvollkommen ( was bei einem Haus ohnehin immer der Fall ist). Ihr seid jung, sogar noch ziemlich junge Erwachsene. Verbringt doch die Wochenenden mit euren Kindern. Die Zeit kommt so nie wieder. Und wenn es am Haus keine elementaren Dinge sind alles andere kann warten. Die Kinder sind sicher glücklicher wenn die Eltern Zeit mit ihnen verbringen als am Häuschen zu werkeln. Aus langjähriger Erfahrung ( arbeite in der Branche)kann ich leider sagen alte Häuser sind immer massig Arbeit und es ging bei vielen Leuten in meinem Umfeld deshalb auch einiges in die Brüche wegen solchen Projekten (althaussanierung). Ich rate jungen Familien deshalb meist auch davon ab. Dann lieber etwas teurer oder länger sparen aber dafür was neueres.
    Macht bitte vorerst nur das nötigste am Haus und schaut dass ihr zwischendrin viel Freizeit ohne Verpflichtungen habt. Schaut auf euch, eure Familie. Da passieren jetzt elementare Dinge. Das Haus kann auch in ganz kleinen Schritten renoviert werden.
    Das klingt jetzt vielleicht alles etwas altklug, aber weißt du ich bin ca 20 Jahre älter als du und habe schon so viel gesehen und miterlebt.
    Das wichtigste ist auf sich selbst zu schauen und wirklichen Ausgleich neben Job und Kindern zu haben.
    Ihr habt noch so viele Berufsjahre vor euch. Mit der Erziehung von drei Kindern noch eine riesige Aufgabe vor euch. Deshalb bitte gönnt euch die Zeit am See sie ist so wertvoll und vor allem eine wirkliche Investition in die Zukunft. Mit 30 macht der Körper noch vieles mit 10 -15 Jahre später sieht es da schon anders aus.
    Ich hoffe das war jetzt nicht zu schroff aber leider weiß ich wie oft Leute dann in ihren 40 ern in der Krise sind weil sie auch oft schon Jahre davor viel zu verkrampft waren.

    1. Liebe Christine,
      ich bin dir dankbar für deine vielen Zeile und stimme dir total zu.
      Das ist eben die Frage: WIE schaffe ich es, tatsächlich den Fokus auf Freizeit zu legen, wenn wir nach sechs Monaten zb noch ohne Fensterverhüllung sind (und mit Sonnenaufgang erwachen). Kleinigkeiten, die sich stapeln.
      Als Antwort auf diese Frage haben wir für‘s Wochenende erstmal einen Ausflug geplant.
      Auch wird es öfter Fahrradtouren geben - dank neuer Mobilität.
      Bloggen therapiert ja und nun kenne ich zumindest die Probleme.
      Hab vielen Dank, du hast absolut Recht. Die Kinder sind nur einmal klein.
      Das Haus wartet auf uns. :)
      Liebe Grüße
      Sarah

  3. Eventuell können Freunde doch auch zum Helfen kommen? Gemeinsam Rollläden anbringen, mit Kindern und Freunden den Garten umgraben (etc. pp) und anschließend dürfen Sie mit euch Kuchen verspeisen oder gemeinsam Grillen oder oder oder...

    1. Hi Lisa,
      super Idee!
      Von der Seite bekamen wir gerade am Anfang auch super viel Unterstützung.
      Nun sind es nur noch Kleinigkeiten und die müssen so nebenbei laufen.
      Die Freunde sollen jetzt nur noch zum Kuchen essen kommen und nicht mehr nur arbeiten müssen. 😅
      Aber der Hinweis ist gut: oft traut man sich ja nicht, um Hilfe zu bitten. 😊

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