Sarah Depold
14. November 2016

Vorsorgeuntersuchung in der 16. Woche

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Ein guter Frauenarzt hat nicht nur fachlich Ahnung, sondern sollte es auch schaffen, Ängste zu nehmen. Bei meinem letzten Termin in der 16. Woche sprachen wir darüber, warum ich mir Sorgen mache und warum diese aktuell vollkommen unbegründet sind. Zitternd hinein, mit einem Lächeln hinaus.

Sorgen in der Schwangerschaft

In der letzten Woche schrieb ich, dass ich mir Sorgen mache, weil ich mein Baby noch nicht spüre. Manche Frauen merken wohl schon früh ein Flattern. 2,5 Wochen nach meinen letzten Arzttermin und dem ersten großen Ultraschall war ich unsicher. Geht es meinem Baby gut oder ist es wie damals, als ich es nicht merkte, dass alles vorbei ist? Doch die kritische Zeit von 12 Wochen ist doch vorbei? Er meinte, dass ich noch nichts merken müsste. Das würde erst ab der 20. - 22. Woche losgehen. Bis dahin vergeht noch einige Zeit. Dann ist Weihnachten!

Es nagte an mir und ich berichtete meinem Arzt von den Sorgen und dass ich wieder Wehen habe. Mein Bauch wird ab und zu hart und ich fühlte mich wie in der Schwangerschaft mit Sohn 2.0. Ich hatte Wehen, Blutungen, mehrere Infektionen und war früh im Beschäftigungsverbot. Das möchte ich nun natürlich vermeiden, denn mir geht es körperlich gut. Nur die Angst war da.

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Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft

Vorsorgeuntersuchung

Eigentlich stand für heute nur eine normale Untersuchung ohne Ultraschall auf dem Plan. Regulär sind in der Schwangerschaft auch nur drei Ultraschall-Termine vorgesehen. Doch mein Arzt machte nach den Untersuchungen (Abstrich: Test auf Infektionen sowie Gebärmutter: Aussehen & Fundusstand) einen Ultraschall. Die üblichen Sachen eben. Das sind die unangenehmen Dinge, die jedoch wichtig sind, um die Schwangerschaft medizinisch zu verfolgen. Die Vorsorgeuntersuchungen lasse ich komplett beim Frauenarzt machen. Bis auf den Ultraschall könnte dies auch eine Hebamme übernehmen.

Weil ich jedoch von meiner Angst erzählte, dass etwas nicht stimmen würde, schaute er dennoch nach. Das Herz von Baby 3.0 schlug kräftig und beruhigend. Kleinlaut fragte ich, wie es um den Gebärmutterhals stünde. Er meinte, dass ich Vertrauen haben soll. Wäre etwas nicht in Ordnung, würde er es mir berichten. Logisch. Doch nach den unschönen Erfahrungen der vorherigen Schwangerschaften bin ich ängstlich geworden. Eine ängstliche Googlerin. Die sind ja unter Ärzten besonders beliebt. ;) Der Gebärmutterhals war übrigens > 4 cm, also sehr gut.

Plazenta praevia marginalis

Über einen Begriff stolperte ich dennoch. In der 16. Woche laut meines Arztes irrelevant, kann aber zu Komplikationen führen, wenn es noch in der späten Schwangerschaft / Geburt besteht.

Placenta praevia marginalis: das Plazentagewebe erreicht den inneren Muttermund, eine vaginale Entbindung kann möglich sein, jedoch in Abhängigkeit von mütterlichem und kindlichem Zustand. - Quelle: Wikipedia

Uff. Dann ging meine Gedankenspirale wieder los. Auch wenn es jetzt bedeutungslos ist, was wäre wenn es nachher wirklich ein Problem bleibt? Warum weist der Arzt darauf hin, wenn es noch keine Relevanz hat? Direkt nach der zweiten Entbindung sagte ich, ich möchte noch ein drittes Kind haben, die Geburt war so schön. Das Geburtserlebnis möchte ich gerne ähnlich erleben. Zuhause die ersten Wehen veratmen, dann noch 45 min in den Kreißsaal für den Endspurt. Ach ja, mein Ziel ist eine ambulante Geburt.

Die Schwangerschaft genießen

Doch diese Gedanken führen an dieser Stelle zu weit. Es ist noch viel Zeit, ich sollte mir nicht immer Sorgen um "ungelegte Eier" machen und einfach die Schwangerschaft genießen. Zudem kann sich mein Arzt nicht mehr direkt an eine Fehlgeburt nach der 12. Woche erinnern. Diese wären seiner Erfahrung nach sehr selten. Klar, passieren kann immer etwas. Doch gute Gedanken helfen sicherlich im Verlauf der Schwangerschaft. Ich werde das mal üben mit diesem positiven Denken.

Ach, Luise, laß … das ist ein zu weites Feld. - Theodor Fontane, Effi Briest

15 comments on “Vorsorgeuntersuchung in der 16. Woche”

  1. Ach, dass ist doch schön, dass er 1. einen Ultraschall gemacht hat und 2. alles gut ist. Ich freu mich für Dich! Nun kein neues Gespenst aufbauen...
    VG

  2. Ich kann Deine Sorgen und Ängste so gut verstehen!
    Aber bei der Plazenta - Geschichte habe ich schon sooo oft gehört, dass sie sich durch das Bauchwachstum noch nach oben zieht und weg vom Muttermund kommt. Dann ist eine spontabe Geburt ganz normal und problemlos möglich!
    Das ist genau so ein Ding wie bei mir damals das mit dem 5cm grossen Myom unter der Plazenta, von dem 4 Wochen später bei beiden Feinultraschallen nix mehr zu sehen war...
    Ich wünsche Dir ganz bald die ersten Stupser von Innen ❤

    1. Huhu,
      danke für die Lieben Worte. :)
      Gut Ding will Weile haben, ne?
      Ich muss positiver denken. :)
      Zumal in dieser Schwangerschaft bisher alles viel besser läuft als beim zweiten Sohn.
      Liebe Grüße
      Sarah

  3. Hallo,

    das mit der Plazenta hatten auch einige in meinem Bekanntenkreis, da war das am Ende auch nie ein Problem - und wenn das größte Problem ist, dass man einen Kaiserschnitt haben muss, um für sich selbst und das Kind keine gesundheitlichen Gefahren einzugehen, denke ich, sollte das auch verschmerzbar sein. Klar, ist es anders immer schöner, aber wie mir meine Hebamme so direkt und ehrlich sagt: "Dieses Wunschgeburtgefasel ist realitätsfern und setzt Mütter unnötig unter Druck."

    Außerdem, sehr wichtig (auch für mich, selbst bekennender Google-Hypochender :)): Wenn der Arzt sagt, man solle sich keine Sorgen machen, dann sollte man es auch lassen, denn wenn man am Ende eh nicht drauf hört, kann man sich den Arztbesuch auch schenken.

    Mit den Sorgen: Ich habe meine Tochter in der 28. SSW verloren. In meinem Rückbildungskurs für verwaiste Mütter waren NUR 8 Frauen - es gibt ihn auch nur 2 Mal im Jahr und das Einzugsgebiet erstreckt sich über das gesamte Rheinmain-Gebiet. Dort haben wir gelernt, dass es pro Jahr nicht ganz 2000 Todgeburten/ Kindsverluste kurz nach der Geburt gibt. Das ist wirklich nicht viel (jede zu viel, kann man sagen, aber wer entscheidet das...). Man kann sich natürlich reinsteigern, dass etwas passieren kann, aber unter dem Aspekt sollte man auch im Bus weinen, weil er einen Unfall haben könnte oder die Kinder nicht in die Kita lassen, denn dort könnte ein Feuer ausbrechen. All diese sehr pragmatischen Ansätze habe ich einer langwierigen Therapie nach dem Verlust meiner Tochter lernen müssen. Und auch wenn es herzlos klingt: Genau so ist es.

    In diesem Sinne: es ist sehr höchstwahrscheinlich, dass alles gut sein wird, und das wünsche ich Dir, mir (14+2, auch drittes (oder viertes...) Kind) und allen anderen.

    Sei geherzt!

    1. Hallo Katharina,
      so habe ich das noch nicht gesehen! Stimmt, das sollte verschmerzbar sein, zumal das vermutlich sicherer ist, also etwaige Komplikationen, die man andererseits in Kauf nehmen würde.
      Das tut mir sehr leid mit deiner Tochter. Und auch hier: ja, man darf sich nicht irre machen lassen. Doch das ist wirklich ein Lernfaktor. Man darf sich nicht von der Angst überrennen lassen. :-/
      Ich drücke uns die Daumen. :)
      Liebe Grüße
      Sarah

  4. Die Sorge um den Gebärmutterhals kann ich verstehen. Das wäre auch meine Angst in einer 2. Schwangerschaft. In der 29./30. SSW war ich damals beim Hübchen in der Klinik wegen vorzeitiger Wehen, das war einfach super blöd! Gleichzeitig hoffe ich, beim zweiten Mal entspannter sein zu können, weil ich es in der 1. Schwangerschaft dann mit viel Ruhe auch geschafft habe und das Hübchen kam sogar erst bei 40+5.

    Das mit der Plazenta kannst du vielleicht so sehen: Ich glaube, dass es eher mal zu leichten Blutungen kommen kann, wenn die Plazenta ein bisschen ungünstig liegt. Da du das jetzt weißt, musst du dir dann keine Sorgen machen, sollte es mal bluten.

    Hast du eigentlich mal drüber nachgedacht, auch zur Hebamme zu gehen für die Vorsorge? Mir hat das immer ganz viel Zuversicht gegeben. Ich war wegen meiner Komplikationen alle zwei Wochen bei der Hebamme und alle zwei Wochen beim Arzt, also immer abwechseln. Das fand ich sehr beruhigend. LG!

  5. Ich bin ja soooooooooooooo dankbar, dass sich mein Arzt bei beiden Kindern nicht auf die Standart-Ultraschall-UNtersuchungen beschränkt hat, sondern wir jedes Mal ein kleines bisschen Baby-TV gemacht haben. Da der Miniheld immer dabei war, war das für ihn natürlich doppelt spannend und man selber ist ja auch deutlich ruhiger, nicht wahr? Ich hab mir während der 2. Schwangerschaft auch extrem viel eingeredet. Da ich nun mal auch schon eine schlechte Erfahrung hatte.... aber schluss endlich tut man sich damit ja wirklich keinen Gefallen.Aber das abzuschalten, das sagt sich immer so einfach. Schön, dass alles ok ist!

  6. Ein guter Frauenarzt, dem es immer gelingt nervöse, werdende Mütter (bzw. Eltern) zu beruhigen ist wirklich Gold wert! Ich bin so dankbar, dass ich auch in dieser Schwangerschaft so gut betreut werde. Vertraue auf deinen Arzt und höre auf zu googeln. Ich habe striktes Google-Verbot bekommen und es geht mir um soooo viel besser. Im Zweifel lieber den Arzt oder auch Freundinnen oder die eigene Mama fragen. :)
    Liebe Grüße
    Christina

  7. Wegen der Plazenta preavia marginalis kann ich dir deine Sorgen vielleicht etwas nehmen. Durch das Wachstum der unteren Gebärmutter "wandert" die Plazenta bis zum Ende der Schwangerschaft in den ALLERMEISTEN Fällen nach oben und weiter weg vom Muttermund. Es ist von der Natur im Grunde eine eingebaute Sicherung für solche Fälle und kann den Abstand bis zu 4 cm!!! vergrößern.
    Durch diese "Verschiebung" KANN (muss aber nicht) es im zweiten Schwangerschaftsdrittel zu wiederkehrenden Blutungen führen, die aber für eine Plazenta preavia marginalis ein typisches Symptom und kein Grund zur Sorge.
    Meine Freundin hatte das ebenfalls und hat ohne Probleme in diesem Frühjahr ihre Tochter natürlich geboren.

    Ich hoffe, meine Worte können dir etwas beruhigen, so dass du deine Schwangerschaft genießen kannst. <3

    Liebe Grüße
    Mother Birth

  8. Liebe Sarah,
    schön zu lesen, dass alles in Ordnung ist.
    Ich kann Deine Sorgen gut nachvollziehen, bin ich doch selber mit Kind Nr. 3 schwanger (25. Woche).

    Als ich das Baby noch nicht spüren konnte, habe ich mir auch ziemlich Gedanken gemacht. Jetzt zappelt es regelmäßig und so wild, dass es mich schon mal von schlafen abhält. ;-)

    Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute für die Schwangerschaft und Geburt!

    Liebe Grüße,
    Nicole

  9. Guten Morgen,

    Das 1. MAL habe ich meinen Sohn in der 18. SSW gespürt und fragte mich, was ich gegessen habe, weil mein Darm so verrückt spielt. 😂 bis ich checkte, dass da mein Sohn gerade tanzte.
    Nachdem ich ihn dann zum 1. Mal fühlte, machte ich mir immer Sorgen, wenn ich ihn nicht spürte.
    Aber dann wurden die Tritte immer mehr und schon 1 Monat später, hätte ich mir ab und an auch mal Ruhe gewünscht.
    Ich kann deine Ängste so gut verstehen. Mittlerweile ist mein Sohn 34 Monate und auch heute habe ich oft Angst um ihn
    Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe für Dich und Deine Prinzessin

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